Die Theiß entsteht in den Waldkarpaten aus der Vereinigung der Schwarzen und Weißen Theiß, fließt anfangs südlich durch enge Gebirgstäler und wendet sich nach Aufnahme des Vissó, der Iza, des Taraczko, Talabor und Nagyág west- und nordwestwärts über Máramarossziget nach Chust (ung. Huszt). Bis hierher ist die Theiß rein und schnell fließend, in der Ebene wird sie schleichend und schlammig. Nachdem sie sodann rechts die Borsova, links die Thur und die Szamos aufgenommen, fließt sie von Tschop (ung. Csap) über Tokaj bis Szolnok gegen Südwesten. Dort wendet sie sich südwärts, welche Richtung sie, Csongrád und Szeged berührend, bis zur Mündung in die Donau (unterhalb Novi Sad) in der heutigen Vojvodina, mit der sie in einer durchschnittlichen Entfernung von 90 km parallel läuft, beibehält. Die Ufer sind meist flach und infolge der häufigen Überschwemmungen sumpfig. Ihre Breite beträgt 160 bis 320 m. Schiffbar wird sie bei Sziget, für größere Fahrzeuge an der Hernádmündung, für Dampfboote, die früher bis Tokaj verkehrten, erst bei Szolnok, von wo an sie ebenso große Lasten wie die Donau trägt. Der Bácser- oder Franzenskanal verbindet sie mit der Donau, der Begakanal mit der Timis. Seit längerer Zeit hat man neben der Theißregulierung auch die Trockenlegung der Ufermoräste und die Sicherung des Ufergebiets vor Überschwemmung begonnen, durch die unvollständige Durchführung aber anderseits die tieferen Gegenden geschädigt. Der Lauf der Theiß beträgt mit den Krümmungen 1308 km, der direkte Abstand von der Quelle nur 467 km; ihr Gebiet umfasst 146.500 km². Der Lauf ist wegen des sehr geringen Gefälles ziemlich träge; von Namény bis zur Mündung sinkt der Wasserspiegel nur um 40 m. Überschwemmungen der doppelt so schnellen Donau stauen die Theiß weit aufwärts. Im Jahre 2000 war der Fluss durch den Baia-Mare-Dammbruch von einem Zyanidunfall betroffen.
"Auf dem Gebiet des Gedenkparks wurden einst - laut Anonymus - durch die Landnehmer die ""Angelegenheiten des Landes geregelt"". Eine der Grundideen bei der Gründung des Nationalen Historischen Gedenkparks von Ópusztaszer war, dass der Park zu einer Schule des Gedächtnisses der Nation werden soll. Früher oder später wird dieser Ort von allen Ungarn besucht, und auch für die ausländischen Gäste stellen die Feszty-Panorama mit dem Titel ""Die Landnahme der Ungarn"" und die fünfzig anderen Sehenswürdigkeiten des Parks ein besonderes Erlebnis dar. Das ""Kunságer Försterhaus"" zeigt die Vielfalt der Natur, die Jurtenhäuser der Ausstellung ""Der Wald, als die Kirche der Natur"" schildern die Kontakte zwischen Mensch und Natur. Im Ethnographischen Freilichtmuseum haben die Zuschauer die Möglichkeit, die Dorf- und Marktfleckenkultur und die Baudenkmäler des 19-20. Jh. zu bewundern, im ""Haus des Ungartums in der Welt"" können sie den Zerstreuerungsvorgang des ungarischen Volkes studieren. Die Archäologen haben während der Ausgrabungen des Benediktinerklosters und seiner Umgebung die Grube, den Ofen und Gussformstücke einer mittelalterlichen Glockengießerei gefunden, die als einmalige Kuriosität in Europa gelten. Das Feszty-Panorama ist das zweitgrößte Panorama auf der Welt. Von dem Künstler wurden der Landesfürst und seine Anführer in den Mittelpunkt gelegt, die den siegreichen Reiterangriff beim Pass von Vereczke verfolgen. Die weit liegenden Bildteile werden vom Diorama mit seinen echten Gegenständen, Waffen und Pflanzen zu den Füßen der Zuschauer gebracht, die Grenze der gemalten und wirklich existierenden Gegenständen wird aufgelöscht. Die Veranstaltungen des Gedenkparks erinnern die Gäste an die Vergangenheit, die Reitervorführung ahmt die Kriegsausrüstung und Kampfmethode der Reiter des Zeitalters der Landnahme nach."
Hódmezõvásárhely ist die viertgrößte Stadt in Südungarn. Die deutsche Übersetzung des Namens lautet so viel wie Marktplatz auf dem Biberfeld. Die Stadt liegt ca. 25 km nordöstlich von Szeged. Hód und Vásárhely, die ehemals getrennte Dörfer waren, sind schon seit dem 13-ten Jahrhundert urkundlich erwähnt. In der Mitte des 15-ten Jahrhunderts wurde der aus beiden Dörfern bestehenden Siedlung das Marktrecht verliehen. Die Quellen erwähnen sie als die herrschaftliche Zentrale des Türkensiegers János Hunyadi. Ihre Lage neben der Straße von Csongrád nach Csanád begünstigte den Handel. Im Mittelalter sicherten die Märkte und Viehmärkte das Auskommen der Bevölkerung. Die umliegenden Gewässer und der See Hód begünstigten das Leben am Wasser und die Fischerei. Nach der Begradigung der Theiß änderten sich die Lebensbedingungen, durch das Austrocknen der Fließe und Seen, was eine allmähliche Verbreitung des Ackerbaus zur Folge hatte. Die entstandenen Vertiefungen wurden aufgeschüttet, aber auch durch neue Einwanderer nahm die Größe der Ansiedlung zu. Im Jahre 1873 wurde ihr das eigenständige Stadtrecht verliehen. Die schwungvollen Bauarbeiten der Jahrhundertwende formen das heutige Bild des Stadtzentrums. Die Zahl der Einwohner überstieg in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts die 55.000, was sie zur fünft bevölkerungsreichsten Stadt Ungarns machte. Das auf dem Gebiet der in türkischen Zeit zerstörten Dörfer entstandene Einzelhofsystem ergab eine charakteristische Sied-lungsform. Ein Teil der Einwohnerschaft lebte draußen in Bauernhöfen und zog er erst im Winter in das städtische Haus herein. Die Landwirtschaft, die Viehhaltung und der Ackerbau bildeten die Quelle ihres Auskommens. Die Stadt bewahrte ihren Agrarcharakter bis heute. Sie hat bedeutende handwerkliche und volkskundliche Traditionen.
Sehenswürdigkeiten in Hódmezõvásárhely
Der Hauptplatz der Stadt, der Kossuth Platz, ist eine Parkanlage und somit der Lieblingserholungsort der Einwohner. Auf der südlichen Seite des Platzes erhebt sich der 56 Meter hohe Turm des durch Lajos Ybl im eklektischen Stil geplanten Rathauses aus dem Jahre 1892/3, von dem sich den Besuchern ein herrliches Panorama auftut. Den Treppenabsatz erhellen farbige, mit Bleiglas verzierte Fenster und aus der Eingangshalle führt ein Weg in den Festsaal, an deren Wände riesige Gemälde schmücken. Unter den schattigen Bäumen des Kossuth Platzes sind mehrere Statuen zu finden. Das Reiterdenkmal zum Gedenken an den ersten Welt-krieg von János Pásztor vor dem Rathaus, unweit davon steht das Denkmal für das Jahr 1848 und neben diesem, gegenüber dem Bankgebäude die Statue Kossuth von Ede Kallós. Auf der westlichen Seite des Platzes befindet sich das aufgrund der Pläne von Gyula Pártos, im Jahre 1905 gebaute und vor kurzem in seine ursprüngliche Schönheit zurückversetzte Gebäude des Hotels „Schwarzer Adler” mit seinen monumental kunstvoll verzierten Fenstern. Sein repräsentativ großer Saal ist der Ort für Bälle und Stadtveranstaltungen. Neben dem Hotel steht die Statue „Mädel mit Krug” von János Pásztor und schließlich das János Kovács Szántó Denkmal von József Somogyi auf der anderen Seite in der Nähe der Alten Kirche. Das älteste Ziegelgebäude der Stadt ist die in Jahren 1713-1714 im rumänischen Stil gebaute alte Kirche, die im Jahre 1741 durch eine Schutzmauer mit Schließscharten erweitert wurde. Heute blieb davon nur noch ein kleiner Teil hinter der Kirche übrig. Das klassizistische alte Gymnasium wurde 1820-22 gebaut, und beherbergt zur Zeit die ständige Ausstellung der Alfölder Galerie - mit den Werken der berühmten Maler und Meister aus der Alfölder Malerschule (Tornyai, Béla Endre, Rudnay). Der erste artesische Brunnen der Stadt ist der durch Béla Zsigmondi 1880 gebohrte Brunnen „Bakay”, welcher von seinem ursprünglichen Platz auf den Platz zwischen dem Erntespeicher bei der alter Kirche und dem Jugendheim verlegt wurde.